Danielas Problem: Zu weiblich für einen Kredit
Stell dir vor: Du bist Daniela, 35 Jahre alt, seit 15 Jahren erfolgreich in der Filmbranche tätig. Du möchtest dir endlich ein Haus kaufen – ein ganz normaler Traum, oder? Aber dann sitzt du bei deinem Bankberater und bekommst eine Absage. Der Grund? Offiziell deine unstete Beschäftigung als Filmschaffende. Inoffiziell? Deine Gebärmutter.
Ja, richtig gelesen. Laut Verbraucherservice kalkulieren Banken bei Frauen um die 30 nämlich automatisch mit ein, dass diese schwanger werden könnten. Damit wird jede gebärfähige Frau zum "wandelnden Risikofaktor auf zwei Beinen". Das Perfide dabei: Die Bank wird dir das natürlich nie offen sagen – das wäre ja Ungleichbehandlung. Stattdessen gibt's einfach schlechtere Konditionen oder gleich eine Komplettabsage.
Währenddessen bekommt Fabian – ebenfalls 35, kinderlos, mit festem Arbeitsvertrag, aber geringerem Gehalt – seinen Kredit problemlos. Dein Ernst? Dein Ernst!
Die unbequeme Wahrheit: Geld und Geschlecht
Wir leben in einem System, in dem Geld unseren Wert bestimmt und unser Überleben sichert. Ob wir das gut finden oder nicht – es ist einfach so. Und genau deshalb ist es so wichtig, dass wir über gleichen Zugang zu Geld sprechen.
Das Problem? Über Geld wird nicht geredet. Es ist eines der letzten großen Tabus in unserer Gesellschaft. Ob man welches hat oder keins hat – beides ist schambesetzt. Besonders Menschen, die auf Bürgergeld angewiesen sind, erleben diese Scham täglich.
Der Berg an Problemen: Größer als gedacht
Wie bei einem Eisberg: Von oben sieht's erst mal groß aus, aber nicht dramatisch. Dann entdeckst du, was alles unter der Wasseroberfläche lauert – und plötzlich ist das Problem gewaltig.
Warum Frauen und Finanzen? Ein paar harte Fakten
Die Gender Pay Gap
Frauen verdienen im Schnitt weniger als Männer. Das ist bekannt. Aber die Auswirkungen gehen weit über den monatlichen Gehaltszettel hinaus.
Die Gender Pension Gap
Noch krasser wird's bei der Rente: Frauen haben deutlich weniger Altersvorsorge als Männer. Warum? Weil sie im Laufe ihres Lebens weniger verdient haben, häufiger in Teilzeit arbeiten (oft wegen Care-Arbeit) und mehr unbezahlte Arbeit leisten.
Das System arbeitet gegen uns
- Kreditvergabe: Höhere Hürden, schlechtere Konditionen
- Altersarmut: Frauen sind überproportional betroffen
- Finanzielle Bildung: Wird Frauen systematisch weniger vermittelt
"Ich weiß, ich sollte mich damit beschäftigen, aber..."
Kennt ihr das? Männer sagen dir ständig, du sollst dich endlich um deine Finanzen kümmern. Aber irgendwie passiert's dann doch nicht. Das liegt nicht an dir – das liegt am System.
Die Finanzwelt ist historisch von Männern für Männer gemacht worden. Die Sprache, die Begriffe, die ganze Herangehensweise – alles ist darauf ausgelegt, Frauen auszuschließen oder zumindest einzuschüchtern.
Was können wir tun? Praktische Tipps
1. Redet darüber!
Findet euch Verbündete. Tauscht euch aus. Zusammen macht's nicht nur mehr Spaß, sondern ihr könnt euch gegenseitig unterstützen, wenn ihr vor dem großen Berg "Finanzwissen" steht.
2. Bildet euch weiter – aber in eurem Tempo
Es gibt mittlerweile unzählige Ressourcen:
- Podcasts (wie "Dein Ernst?!" natürlich 😉)
- Bücher
- Workshops
- Online-Trainings
Sucht euch aus, was zu euch passt. Ihr könnt euch auch mit Freund:innen zusammentun und gemeinsam ein Buch durcharbeiten.
3. Investiert nur in Dinge, die ihr versteht
Lasst euch nicht unter Druck setzen. Atmet lieber noch mal tief durch, schlaft drüber, wenn's um große Entscheidungen geht. Ihr macht das alles nur für euch!
4. Ein paar Fachbegriffe entmystifiziert
Diversifikation klingt fancy, heißt aber einfach: Lege nicht alle Eier in einen Korb. Wenn du dein ganzes Geld unter der Matratze versteckst und das Haus brennt ab, bist du pleite. Besser: Ein bisschen unter der Matratze, ein bisschen bei Oma, ein bisschen im Bankschließfach... (okay, wir empfehlen eher echte Anlageformen, aber ihr versteht das Prinzip).
Portfolio ist einfach deine Investitionsgeldbörse – wie eine Briefmarkensammlung, nur mit Aktien.
Passiv gemanagte Fonds sind besser als aktiv gemanagte, weil sie tendenziell besser performen und weniger kosten.
5. Je früher, desto besser
Aber bitte mit Vorbereitung! Geht mit gutem Gefühl an die Sache ran.
6. Langfristiger Anlagehorizont
Je länger ihr investiert, desto besser werden Kursschwankungen ausgeglichen. Auch wenn's mal ins Minus geht – normalerweise (bei guter Diversifikation) steigt's wieder.
Die wichtigste Botschaft: Frauen können genauso gut mit Geld umgehen wie Männer!
Traut euch! Das Thema Geld gehört niemandem exklusiv. Es ist Zeit, dass wir uns den Raum nehmen, der uns zusteht.
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Adios und bleibt finanziell wachsam!
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